Alte deutsche Schriften entdecken

Lerne Sütterlin leicht verständlich – entschlüssel die Schrift unserer Großeltern.

Heute schreiben wir anders als unsere Vorfahren. Vor 1941/42 wurden fast alle Aufzeichnungen in Kurrent, Sütterlin oder Fraktur verfasst – deutsche Schriftarten, die sich stark von unserer heutigen Schrift unterscheiden.

Doch immer weniger Menschen können diese alten deutschen Schriften lesen. Das Wissen droht zu verblassen und damit auch ein erheblicher Teil deiner Familiengeschichte. Alte Urkunden, Briefe oder Feldpost enthalten Geschichten, die nur darauf warten, von dir entziffert zu werden. Doch ohne die Fähigkeit, Sütterlin zu lesen, bleibt vieles ein Rätsel und droht im Schatten der Vergangenheit zu verschwinden.

Buchschmied ▣ Aktualisiert am 11.09.2026 ◷ etwa 12 Minuten 20 Kommentare

Schriftbeispiele für Sütterlin, Kurrent und Fraktur

S*ütterlin lernen heißt Erinnerungen erhalten.

Lesen · Schreiben · Bewahren
Portrait des Buchschmieds
Portrait von Ludwig Sütterlin
Ludwig Sütterlin · Quelle: Wikipedia

Das Wissen muss nicht verloren gehen

Sütterlin lernen ist kinderleicht.

Sütterlin wurde ab 1911 von Ludwig Sütterlin entwickelt, um Schreibanfängern den Einstieg in die Welt der Buchstaben zu erleichtern. Als vereinfachte Form der Kurrentschrift lässt sich Sütterlin schnell erlernen. Schon nach kurzer Zeit wirst du in der Lage sein, alte Schriftstücke zu lesen und deine eigene Familiengeschichte zu entdecken. Mit ein wenig Übung und den richtigen Lernmaterialien werden dir die anfänglich kryptisch wirkenden Texte schon bald ihre Geheimnisse offenbaren.

Schnell wirst du in der Lage sein, Geheimnisse zu lüften und deine Familiengeschichte lebendig zu machen. Eine schier unendliche, verschriftlichte Welt wartet auf dich. Sütterlin zu lesen ist wie eine kleine Zeitreise zu deinen Vorfahren, die sie wieder ein wenig lebendiger erscheinen lässt.

Fängst du heute an, Sütterlin zu lernen, wirst du schon morgen erste Buchstaben oder sogar Wörter lesen und schreiben können. Öffne das Tor zu deiner Familiengeschichte – gerne helfe ich dir dabei.

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Einfach auseinanderhalten

Sütterlin, Kurrent, Fraktur – was ist der Unterschied?

Für Einsteiger wirken die vielen Begriffe zunächst verwirrend. Dieser Überblick hilft dir dabei, die Schriften sicher einzuordnen.

Die Begriffe Sütterlin, Kurrent und Fraktur in ihren Schriftbildern

Oft liest man folgende Begriffe, wenn man sich mit alten Schriften beschäftigt:

  • Sütterlin und Sütterlinschrift
  • Kurrent und Kurrentschrift
  • Fraktur und Frakturschrift
  • deutsche Schrift
  • altdeutsche Schrift
  • Antiqua und lateinische Schrift

Sütterlin ist die Kurzform von Sütterlinschrift. Ebenso verhält es sich bei Kurrent und Fraktur. Sütterlin und Kurrent sind klassische deutsche Handschriften; Fraktur ist eine deutsche Druckschrift. Der passende Oberbegriff lautet „deutsche Schrift“. „Altdeutsche Schrift“ wird zwar häufig verwendet, bezeichnet aber keine eigenständige Schrift. Passender wäre die Bezeichnung „alte deutsche Schrift“.

Heute verwenden wir lateinische Buchstaben. Die verbreitete Druckschrift nennt sich Antiqua. Weitere Hintergründe findest du bei Wikipedia zur lateinischen Schrift und zur Antiqua.

Speziell für Schreibanfänger entwickelt, lässt sich Sütterlin leichter erlernen als Kurrent. Ich vermittle hauptsächlich Inhalte in Sütterlinschrift als Anfängerschrift und ergänzend dazu Kurrent-Inhalte. Da beide Schriften verwandt sind, wirst du dich in beiden gut zurechtfinden, wenn du eine beherrschst.

Frakturschrift

Die Frakturschrift wurde hauptsächlich im Buchdruck verwendet. In der Kopfzeile ist das Wort „Buchschmied“ in Frakturschrift gestaltet. Heute begegnet man ihr gelegentlich auf klassisch wirkender Reklame oder Kleidung. Da es eine Druckschrift ist, biete ich nur ausgewählte Lesebücher in Fraktur an, jedoch keine Schreibkurse.

Kurrentschrift

Die Kurrentschrift ist eine klassische deutsche Schreibschrift. Sie wurde etwa von 1500 bis in die 1920er-Jahre verwendet und ist daher in sehr vielen Dokumenten enthalten. Besonders bei der Ahnenforschung wirst du ihr häufig begegnen. Ihre Buchstaben sind verschnörkelt und kursiv; Auf- und Abstriche besitzen unterschiedliche Stärken. Das Verhältnis von Ober-, Mittel- und Unterlänge liegt bei 2:1:2. Gerade für Schreibanfänger war Kurrent schwer zu erlernen – deshalb ließ Preußen die vereinfachte Sütterlinschrift entwickeln.

Sütterlinschrift

Die Sütterlinschrift wurde 1911 im Auftrag Preußens von Ludwig Sütterlin entwickelt. In den 1920er-Jahren löste sie Kurrent zunehmend ab; ab 1935 wurde eine leicht veränderte Form als „Deutsche Volksschrift“ in den Lehrplan aufgenommen, während Österreich dauerhaft Kurrent verwendete. Ihre Buchstaben stehen aufrecht, sind breiter und weniger verschnörkelt. Die Strichstärken sind gleich, das Verhältnis von Ober-, Mittel- und Unterlänge liegt bei 1:1:1. Als vereinfachte Anfängerschrift lässt sie sich leichter erlernen.

Geschichtlicher Zusammenhang

1941 wurden die deutschen Schriften mit dem Schrifterlass von den Nationalsozialisten verboten. Seit 1942 wird die uns heute gebräuchliche lateinische Schrift flächendeckend verwendet; Fraktur wurde als Druckschrift von Antiqua-Schriften abgelöst. Den Schrifterlass und seine krude Begründung kannst du dir bei Wikipedia ansehen. Ein naheliegender praktischer Grund für die Umstellung war, dass nur wenige Menschen in den besetzten Gebieten die deutschen Schriften lesen konnten, die Kommunikation und Propaganda dort aber verständlich sein sollten.

Die deutschen Schriften lassen sich deshalb nicht sinnvoll in eine nationalsozialistische Ecke stellen: Es waren die Nationalsozialisten selbst, die sie verwarfen und verboten. Du musst dich also nicht in eine solche Ecke drängen lassen, wenn du dich für unser Kulturgut einsetzt.

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Aller Anfang ist schwer – aber schön

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Mit kleinen Schritten zum Ziel

Sütterlin lernen – Tipps für deinen Einstieg.

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Tempo. Mit diesen einfachen Hinweisen wirst du Buchstaben und Schriftbilder immer sicherer erkennen.

Hilfestellung beim Erlernen der Sütterlinschrift
  1. Beginne langsam und schaue dir jeden Buchstaben einzeln an. Versuche, ähnliche Formen zu entdecken. Übung macht den Meister – schon nach kurzer Zeit wirst du die Buchstaben besser verstehen.
  2. Sütterlin basiert auf unserem heutigen Alphabet, verwendet jedoch andere Formen. Vergleiche jeden Buchstaben mit dem entsprechenden lateinischen Buchstaben.
  3. Fange mit einfachen Wörtern an und schreibe später kleine Sätze. Durch die Praxis wird das Schreiben immer leichter.
  4. Nimm dir jeden Tag etwas Zeit. Kurze, regelmäßige Einheiten sind effektiver als exzessive Übungen mit langen Pausen.
  5. Verzweifle nicht an alten Aufzeichnungen. Sütterlin und Kurrent sind Handschriften – und „Sauklauen“ sind keine Erfindung unserer Zeit.
  6. Verwende zum Entschlüsseln möglichst große Textausschnitte. So hast du mehr Vergleiche und kannst unbekannte Wörter aus dem Zusammenhang erschließen.
  7. Nutze meine Übungsbücher oder Alphabet-Vorlagen, um das Lesen und Schreiben zu üben. Als Newsletter-Abonnent erhältst du übrigens kostenfrei praktische Alphabet-Vorlagen in Sütterlin, Kurrent und Fraktur zum Ausdrucken. Melde dich gleich hier an: Zum Newsletter

Stimmen von Schriftfreunden

Kommentare aus vielen Jahren

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20 bestehende Kommentare lesen
26.05.2025 um 15:37
Schriftfreund_8485 schrieb:
Guten Morgen. Guten Tag. Ich wünsche allseits einen schönen Tag.
03.11.2024 um 23:19
Schriftfreund_7150 schrieb:
Es ist eine Faszination in diese alte Schrift einzutauchen und die Kunst des Schreibens auf eine neue Art wiederzubeleben. Da ich schon immer für mich wichtige Dinge handschriftlich mit Tinte aufgeschrieben habe (Gedichte, Tagebuch, Gebete) habe ich nun den Mut gefunden diese alte und für mich neue Schrift zu erlernen und meinen Texten mehr Würde zu geben.
05.05.2024 um 21:23
Soergeli schrieb:
Ich kam mit Sütterlin im Rahmen eines Kurses für Schriftbilder in Berührung. Sowie in einem Kurs für Kalligraphie. Das alles gefällt mir gut und ich finde auch, dass man diese alten Schriften weiter verbreiten soll, da sie ein Kulturgut sind
01.05.2024 um 14:19
Wolfgang Massone schrieb:
Ich finde es großartig, dass dieses fast verloren gegangene Kulturgut wiederbelebt wird. Endlich kann ich die Feldpostbriefe meines Vaters aus Russland lesen. Jetzt versuche ich auch das Schreiben in Sütterlin zu erlernen .
08.04.2024 um 17:57
Markus Hollmann schrieb:
Ich finde die Idee genial, dass die alte Schrift mit klassischer Kinderliteratur kombiniert wieder zugänglich wird. Auch wenn ich nur selten Bücher kaufe, bin ich definitiv geneigt, hier eine Ausnahme zu machen. Sicher würde es dabei helfen, die alten Postkarten und Stammbücher von Oma flüssiger lesen zu können. Da sich diese Bücher nun leider (noch) nicht über den Örtlichen Buchhandel (sondern nur auf der aus meiner Sicht nicht unterstützenswerten Online-Plattform Amazon) bestellen lassen, hoffe ich, dass dieses Manko in Zukunft noch beseitigt wird und werde wohl noch warten müssen.
05.04.2024 um 17:36
Schriftfreund_5642 schrieb:
Einfach großartig zu lesen
04.04.2024 um 02:02
Hanny aus Philadelphia schrieb:
Meine Oma, 1888 geboren, hatte eine sehr saubere 'Latein'Handschrift. Meine Mutter, 1911 geboren, ist mit Sütterlin großgeworden. Damit wir Kinder ihre Schreiberei lesen konnten, hat sie sich dann eine kritzelige Lateinschrift angeeignet. Aber es war leichter für mich (1938 geboren), Sütterlin zu lernen - ich kann es sowohl lesen wie auch schreiben und bin froh, daß der Buchschmied zum Lesen ansport! Vielen Dank!!! Kann ich irgendwie auf die alten Wochenbriefe zurückgreifen? Gibt es ein Archiv? Handgeschriebenes meiner Kinder, (1961 und 1963 in den USA geboren) ist total hoffnungslos! In den USA wird erst seit kürzester Zeit wieder Kursiv in der Grundschule gelehrt - im allgemeinen wird Blockschrift benutzt.
27.02.2024 um 01:06
Margret Herbers Butcher schrieb:
Hallo, ich bin so froh dass es jemanden gibt der diese alten Schriften noch kann und liebt. Ich selber habe sie aus Spass gelernt und kann es inzwischen recht gut lesen und schreiben. Aber perfekt ist was anderes. Darum freue ich mich Leute zu treffen, die diese Schriften am Leben erhalten!
16.12.2023 um 12:31
Marina schrieb:
Als Kind habe ich bei meiner Oma immer die alten Briefe ihres Bruders, der in den Krieg gezogen und gefallen ist, gelesen. Den Großteil der Schrift konnte ich leider nicht lesen, aber meine Oma konnte mir dabei helfen. Leider ist meine Oma vor einigen Jahren gestorben, weshalb keiner aus meiner Familie die Sütterlinschrift noch lesen kann. Ich habe das Lernbuch und das Märchenbuch und bin sehr zufrieden damit!
25.12.2022 um 14:08
Kommentator_4185 schrieb:
Ich freue mich sehr,wenn diese schöne alte Schrift nicht in Vergessenheit gerät. Alle meine Einkaufszettel schreibe ich in Sütterlin!☺
26.07.2023 um 21:38
𝕾𝖞𝖑𝖛𝖎𝖆 schrieb:
Es ist wirklich bedenklich, daß man heute schon fast als "Schriftgelehrter" gilt, wenn man die alten deutschen Schriften auch nur halbwegs lesen kann. Bedenkt man, daß die alten Kirchenbücher und Chroniken derart geschrieben wurden,geht damit auch der Zugang zur Geschichte verloren. Mir hat es schon in der Jugend viel Spaß gemacht, in alten Kirchenbüchern aus dem 17. Jahrhundert zu lesen. Es ging zwar holperig, war aber sehr lehrreich.
20.07.2023 um 13:17
min schrieb:
Ich freue mich sehr über diese Möglichkeit Sütterlin und Kurrent weiterhin am Leben zu halten und über die wöchentliche Post des Buchschmieds
14.07.2023 um 20:02
Schriftfreund_1007 schrieb:
Hallo lieber Buchschmied. Ich bin erst seit kurzem dabei... Ich kenne diese Schrift von meinen Großeltern... Und freue darauf das Kochbuch in den Händen zu halten... Viel Spaß bei Ihrer Arbeit und Hobby weiterhin... Auf das wir noch viele schöne Sachen von Ihnen erhalten... Liebe Grüße Anne
18.01.2023 um 18:56
Kommentator_1419 schrieb:
Vor ca. 20 Jahren habe ich mir die Sütterlinschrift selbst beigebracht. Durch „viel üben“ war sie recht ordentlich, mittlerweile eher ein unregelmäßiges Bild. Mit meiner Schwester kommuniziere ich (schriftlich) fast nur in Sütterlin, vor allem Glückwünsche. Seinerzeit war eine Frau Neumann sehr bemüht, dass diese alte deutsche Schrift nicht in Vergessenheit geriet. Sie selbst hat damals ebenfalls Bücher veröffentlicht, hat aus ganz Deutschland Beiträge gesammelt (alles in Sütterlin) und zu einem Buch binden lassen. Dieses besitze ich heute noch. Ich bin sehr erfreut, dass es weitere Infos zu der Sütterlin Schrift gibt 😀
02.12.2022 um 23:54
Admin Bu<\<mied (Admin) schrieb:
Vielen Dank und Ihnen ebenfalls eine wundervolle Vorweihnachtszeit!
02.12.2022 um 13:08
Kommentator_5472 schrieb:
Hurra, der Adventskalender wird ganz sicher wunderbar sein. Ich freue sehr, daß ich dabei sein darf. Ich wünsche euch allen eine schöne vorweihnachtliche Zeit. Liebe Grüße nati aus dem schönen Berlin
18.11.2022 um 18:45
Kommentator_2234 schrieb:
Ich habe die Schrift von meiner Omi lesen gelernt und finde sie sehr schön. Schreiben kann ich sie leider nicht.
05.11.2022 um 15:56
Dorothee schrieb:
Tolle Ideen!! Ich mag diese Schrift sehr! Dorothee Häußge
11.07.2022 um 12:59
Martin Bedel schrieb:
Guten Tag, ich hatte mich vor geraumer Zeit bei Ihrem Newsletter angemeldet, kann aber derzeit die E-Mail mit dem Gratis-Märchen nicht mehr finden. Könnten Sie mir das Märchen bitte noch einmal zusenden? Ansonsten möchte ich Ihnen meine Anerkennung für Ihre Arbeit aussprechen. Leider ist die Auswahl an Übungstexten zum Erlernen der alten Schreibschriften insgesamt recht übersichtlich, so dass die beiden Märchenbücher eine echte Bereicherung darstellen Ich habe mir beide Bände in Sütterlin und Kurrent gekauft. Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank Martin Bedel
04.01.2022 um 15:34
Kommentator_2356 schrieb:
Gerade habe ich das Märchen von der goldenen Gans in der pdf gelesen. Es ging recht gut, auch ohne die Übertragung. Eine beglückende Erfahrung - freilich hatte ich auch das Glück, daß in der damals so genannten Volksschule die Lehrerin Sütterlin noch anbot - für jene, welche es interessierte. - Es ist sehr schön geschrieben; dagegen hatte ich schon alte Postkarten in der Hand, die mußte ich wirklich entziffern! Freilich wollte ich selbst wieder Sütterlin schreiben, so könnte es manchmal doch geschehen, daß ich nicht weiß, "wie es geht" . . .

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